Aus EnEV wird GEG

    Seit 2020 galt das Energieeinsparungsgesetz als Maß der Dinge, wenn es um Energieeffizienz und Wärmeschutz in Gebäuden ging. Zum 01. November 2020 wird diese Verordnung durch das Gebäudeenergiegesetz abgelöst. Das neue Gesetz bietet einige Änderungen, führt verschiedene Regelungen zusammen und soll das gesamte Thema vereinfachen.

    • Stockwerk-Fotodesign/ stock.adobe.com
    • Die EnEV wird abgelöst
    • sveta/ stock.adobe.com
    • Mit dem neuen GEG ändert sich einiges in Sachen Wärmeschutz

    Das GEG

    Das „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden“ – kurz Gebäudeenergiespargesetz (GEG) genannt führt verschiedene Gesetze zusammen und soll damit verschiedene Widersprüche aus den einzelnen Verordnungen beseitigen. Hauptanlass der Neuregelung war eine Forderung aus der EU-Gebäuderichtlinie, die für Niedrigstenergiegebäude im Neubau einen einheitlichen Standard verlangt. Der erste Entwurf des GEG lag bereits im Januar 2017 vor, aber erst jetzt konnten sich die beteiligten Gremien auf eine endgültige Fassung einigen.

    Was ändert sich im Wohnungsneubau?

    Grundsätzlich ändert sich an den Mindestanforderungen für Neubauten nichts, erst für das Jahr 2023 wird eine Verschärfung prognostiziert. Ein entscheidender Punkt im GEG ist die Vereinfachung der Berechnung der Wärmeverluste, so wird zum Beispiel die Gebäudetypologie nicht mehr berücksichtigt. Davon profitieren vor allem die Planer, allerdings ergeben sich möglicherweise für Gebäude mit einem großen Anteil an Fensterflächen ungünstigere Werte, die durch andere Maßnahmen abgefangen werden müssen, auf der anderen Seite ergeben sich ganz neue gestalterische Spielräume für Fassadenflächen.

    Neue Regelungen für den Ausbau von Gebäuden

    Auch bei Anbauten gibt es eine Vereinfachung. In der EnEV wurde unterschieden, ob in der neu geschaffenen Wohnfläche ein extra Wärmeerzeuger installiert wurde oder nicht. Diese Regelung entfällt, es wird nur noch der nötige Wärmeschutzstandard berücksichtigt.

    Erneuerbare Energien werden Pflicht

    Das Gebäudeenergiegesetz bringt für Bauherrn eine neue Verpflichtung mit. So muss beim Neubau eines Wohnhauses zwingend mindestens eine Form von erneuerbaren Energien installiert werden. Das können Solaranlagen, Blockheizkraftwerke oder Brennstoffzellenheizung sein. Erfüllt ist diese Vorgabe auch, wenn für das Eigenheim sogenannter „gebäudenah“ erzeugter Strom aus erneuerbaren Quellen bezogen wird.

    Bei wesentlichen Sanierungsmaßnahmen im Bestand wie zum Beispiel bei einer energetischen Fassadensanierung muss künftig auf jeden Fall eine Energieberatung erfolgen. Dabei können Bauherrn den Berater frei auswählen, Hauptsache er ist qualifiziert. Das Beratungsgespräch ist übrigens für den Eigentümer kostenlos. 


    31.10.2020 16:07 Alter: 24 Tag(e)

    Diese Webseite verwendet nur technisch erforderliche Cookies. Weitere Informationen erhalten Sie in unsererDatenschutzerklärungOK